Verein zur Förderung
körperbehinderter und chronisch kranker
Kinder und Jugendlicher e.V.

Projekte - Wunschliste

Wir suchen Sponsoren für Projekte, die unsere Kinder und Jugendlichen fördern.


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Kunsttherapie 2016/17

Kinder sind neugierig und hungrig nach Vergnügen. Sie haben Spaß am kreativen Gestalten, am Zeichnen, Malen und Basteln. Die Kunsttherapie kommt diesen Bedürfnissen entgegen, indem sie erlebnisorientiert wirkt und den persönlichen Alltag der Kinder bereichern kann. Das Vorhandensein und die Möglichkeiten der Nutzung eines diesen für Zweck eingerichteten und ausgestatteten kreativen Erlebnisraumes ist für die Kinder bereits förderlich und wichtig.
Die Kunsttherapie im Wohnheim ist das Angebot einer regelmäßigen zur Verfügung stehenden Zeit in welcher Kinder diesen Raum in kunsttherapeutischer Begleitung besuchen können. Hier kann gespielt, gemalt, geknetet werden, der eigene Körper wird gespürt, Gefühle können einen Ausdruck finden, Geschichten werden erfunden und Lösungen können durchgespielt werden. Im September letzten Jahres (2015) habe ich die dankbare Aufgabe angenommen, im Wohnheim bis zu vier Kinder der Einrichtung einmal wöchentlich begleiten zu dürfen. Es sind sehr verschiedene Kinder, unterschiedlichen Alters, eigener Biografien, individueller Voraussetzungen und Ansprüche, welche die Kunsttherapie besuchen und damit auch besondere Ansprüche und Erwartungen an mich und den Möglichkeiten des Raumes stellen. Meine erste Aufgabe ist es mit der Nutzung dieses Raumes und der zur Verfügung stehenden Zeit eine feste regelmäßige Struktur zu bieten. Nicht das künstlerische Ergebnis ist hier von Bedeutung, sondern das Entdecken, das Spüren eines kreativen eigenen Tuns bei dem nichts falsch sein kann. An dieser Stelle möchte ich mich an die Ausführungen von Gunnar Krause anlehnen, welcher mehrere Jahre im Wohnheim als Kunsttherapeut tätig gewesen ist: „Es werden keine Kunstwerke angestrebt, es geht auch nicht um das Lehren oder Erlernen von künstlerischen Fertigkeiten. Es geht darum, dass sich Menschen, in diesem Falle junge behinderte Menschen, auf die Ihnen angemessene Art ausdrücken können, dass Sie lernen, sich wahrzunehmen und sich und ihre Welt reflektieren können. Meist oder überhaupt ohne Worte, in – und das ist das Wichtigste der Rahmenbedingungen – einem geschütztem Umfeld, in einer sicheren und begleitenden Obhut, die weder belehrt, kritisiert, einengt, verurteilt oder Ziele stellt.“. Die Kunsttherapie kann dabei selbst entwicklungsfördernd wirken, sie kann die Persönlichkeiten reifender Kinder unterstützen und stabilisieren oder auch dabei helfen Aggressionen abzubauen, sie kann aber auch einfach Spaß machen.
Danke an die Sponsoren, Danke an den Förderverein, Danke an die Verantwortlichen und den Mitarbeitern des Wohnheimes, für deren Förderung, für Ihr Vertrauen, für Ihren Einsatz und Ihrem Mitwirken, welches die Kunsttherapie im Heimalltag möglich macht. Bedanken möchte ich mich auch bei Herrn Gunnar Krause, welcher viele Jahre als Kunsttherapeut im Wohnheim gewirkt hat und welcher sich für die Bedeutung der Kunsttherapie ihm Wohnheim eingesetzt hat.

René Trinks
Dipl. Kunsttherapeut

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Werden Sie Kunsttherapie-Pate!

Es ist für unsere für die Kunsttherapie vorgesehenen Kinder und Jugendlichen sehr wichtig, dass sie langfristig und ohne Unterbrechung
diese Therapie erhalten.
Wir benötigen je Kind und Monat 150,-EUR. Um den Kindern helfen zu können, ist aber nur eine Mindestlaufzeit von einem Jahr sinnvoll.
Uns ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen einen direkten Kontakt zu ihren Paten erhalten können und so erlebbare und lebendige soziale Kontakte entstehen können. Das ist Bestandteil der Therapie!


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Leben im Kunsttherapieraum

Hier einige Impressionen unseres Kunsttherapieraumes.

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Leben im Kunsttherapieraum

Da ist mittlerweile echt was los, im Kunsttherapieraum!

Angefangen haben die Kolleginnen der Tagesstruktur der Erwachsenenetage, seit langem wird hier mehrfach in der Woche gewerkelt, gebastelt und künstlerisch mit den erwachsenen Bewohnern des Heimes geschaffen. Geduld und Anregungen der Betreuer treffen hier auf Ruhe, Platz und Geborgenheit. Genauso geht es Frau Schrader, die seit Anfang des Jahres ehrenamtlich mit einigen Jugendlichen und Kindern des Wohnheimes künstlerisch arbeitet und ihnen Zeit, Aufmerksamkeit und künstlerische Erfahrung schenkt.

Seit März habe auch ich die große Freude, zunächst mit vier Kindern und Jugendlichen des Wohnheimes und einem Jungen aus der Schule kunsttherapeutisch arbeiten zu können. Es ist tatsächlich eine große Freude zu erleben, wie dieser Raum mit seiner großzügigen Ausstattung von sich aus schon Wirkung im Sinne von Lust auf kreative Äußerung, Wahrnehmung von Geborgenheit und Schutz und Annahme des Kindes, wie es ist, auslöst. Annahme dessen, was jedes Kind eben bewegt und gleichzeitig Mut schaffend, genau damit Auseinandersetzung zu wagen und mit Farbe, Papier, Ton oder anderen Materialien zu gestalten, im wahrsten Sinne des Wortes den inneren Zuständen einen Ausdruck zu verleihen. Das klingt vielleicht etwas kompliziert, aber es ist das Besondere, was unseren jungen Heimbewohnern hilft, mit Ängsten, Wut, Aggression, Trauer, Hilflosigkeit und fehlender Selbstwahrnehmung umgehen zu lernen. Besonders die eigene Wahrnehmung und Selbstschätzung steht im Vordergrund, die Entdeckung der Heranwachsenden, dass sie trotz ihrer Behinderung oder gerade deswegen wertvoll sind, aus ihnen heraus Dinge entstehen, die toll sind und geschätzt werden und dass dieser Arbeitsprozess in vielfacher Hinsicht einfach gut tut. Schmerzendes kann sacht heilen, Wut kann sich lösen, Erkenntnis kann reifen: Das bin ich! Das kann ich!

Es ist mir bei allem vorrangig wichtig, dass alles, was die Kinder tun, aus ihnen selbst entsteht, dass sie selbst entscheiden, womit sie was wie bearbeiten oder ausdrücken. Der Kunsttherapeut gibt den Rahmen, die Anregungen, etwas Mut und viel Zuwendung. Und das Bewusstsein, dass nichts von dem, was entsteht, falsch sein kann.

Dank den Sponsoren und dem Förderverein. Denn solange diese Therapieform trotz ihrer offensichtlichen Wirkung von den Krankenkassen nicht anerkannt wird, geht es eben nur mit der Hilfe der privaten Förderung.
G. Krause, Kunsttherapeut

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Kunsttherapie

„Kunsttherapie mit Kindern braucht Raum“ – unter diesem Thema hat unser Förderverein im vergangenen Jahr im Rahmen einer Spendenaktion aus Anlass des 50. Geburtstags von Prof. Jochen Großmann, dem geschäftsführenden Gesellschafter der GICON GmbH in Dresden, über 7500,- € erhalten. Durch Prof. Großmann wurde gebeten, von Geschenken abzusehen und anstatt dessen eine Spende zweckgebunden zur Einrichtung eines Kunsttherapieraumes für das AWO-Heim auf der Fischhausstraße zu leisten. Nochmals vielen Dank – Herrn Prof. Großmann für diese Idee und allen Spendern (siehe „Spendenkonto“ auf der Vereinsseite) für überwiesene Spenden!

Was aber soll dieser Raum für die Bewohner des Heimes auf der Fischhausstraße bringen? Und was verbirgt sich hinter „Kunsttherapie mit Kindern“?

Im Oktober 2006 begann meine kunsttherapeutische Arbeit mit zunächst drei Kindern des Heimes, über mehr als ein Jahr konnte ich kontinuierlich jeweils einmal wöchentlich mit ihnen im Heim arbeiten. Ergebnisse oder Erfolge sind nicht messbar oder abrechenbar, aber durch die Beteiligten (die Kinder selbst, deren Verwandte und nicht zuletzt die Erzieher und Betreuer) sehr wohl fühlbar und sogar sichtbar. Ein elfjähriges Mädchen mit starken autistischen Zügen heftet ihre gemalten Bilder in ihren Gruppenraum und beginnt sich zu Hause zu fühlen, lässt Kommunikation zu; ein achtjähriger Junge baut ein Jahr lang eine lebensgroße Plastik und stellt im Dresdner Zoo aus - findet zu Selbstwahrnehmung und Körpergefühl; eine Siebzehnjährige entdeckt die Farbe und eine Brücke zur Lebensfreude, sie studiert heute Literatur. Natürlich ist das Zusammenspiel mit der Heimleitung und den Erziehern unabdingbar und Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit als Kunsttherapeut.

Worum also geht es? Es werden keine Kunstwerke angestrebt, es geht auch nicht um das Lehren oder Erlenen von künstlerischen Fertigkeiten. Es geht darum, dass sich Menschen, in diesem Falle junge behinderte Menschen, auf die ihnen angemessene Art ausdrücken können, dass sie lernen, sich wahr zu nehmen und sich und ihre Welt reflektieren können. Meist oder überhaupt ohne Worte, in – und das ist das Wichtigste der Rahmenbedingungen – einem geschütztem Umfeld, in einer sicheren und begleitenden Obhut, die weder belehrt, kritisiert, einengt, verurteilt oder Ziele stellt. Die aber Angebote macht, jede Menge ganz individuelle Angebote, sensibel erfühlt aus den ebenfalls meist nonverbal ausgesandten Signalen des Kindes oder Jugendlichen. Aufgenommen und getragen von einer unumstößlichen inneren Zuwendung zum Kind und der Akzeptanz aller seiner Seiten und Zustände – so, wie es ist. Dieser innere Rahmen oder dieses innere geschützte Umfeld braucht auch einen äußeren Rahmen – einen sicheren Raum.

Bisher fand die Kunsttherapie in allen möglichen, gerade freien Räumlichkeiten des Heimes statt, z.T. in den Wohnräumen, im Gruppenraum, oft im Raum für die Tagesstruktur oder sogar auf der Wiese im Heimgelände statt. Also immer improvisiert, oftmals gestört durch andere Kinder oder die erwachsenen Bewohner der oberen Etage. Wenig Platz für Materialien, kein Platz zum Lagern und Trocknen der Arbeiten, kaum Platz zum Anschauen und Aufstellen der Bilder. Jetzt ist ein Raum gefunden der alles nötige bietet, es muss aber noch umgeräumt und ausgestattet werden, und dann wäre der äußere Rahmen ideal – ein wunderbarer Raum, der alle Möglichkeiten für die Tagesstruktur des Heimes bietet und in den abgestimmt freien Zeiten das kunsttherapeutische Arbeiten ermöglicht. Der große Zeitrahmen ist abgesteckt – spätestens Ende April 09 soll alles fertig sein. Das ist gut, denn es gibt mehrere Anfragen von Erziehern und Eltern nach dieser Arbeit mit den Kindern und Dank einer größeren zweckgebundenen Spende ist die Finanzierung einer längerfristigen Arbeit mit wieder wenigstens drei Kindern abgesichert. Zunächst.

Gunnar Krause
Dipl.-Kunstpädagoge, Kunsttherapeut, 01099 Dresden

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